'Raubtierkapitalismus' im staatlichen Gewand: Der Fall Jukos und die Perspektiven der russischen Wirtschaftspolitik

by Anke Kell

2020-05-08 07:43:55

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich BWL - Wirtschaftspolitik, Note: 1,7, Universität Hamburg, Veranstaltung: Postsowjetische Wirtschaftspolitik, 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die schon unter Michajl G... Read more
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich BWL - Wirtschaftspolitik, Note: 1,7, Universität Hamburg, Veranstaltung: Postsowjetische Wirtschaftspolitik, 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die schon unter Michajl Gorba?ev im Rahmen der Perestrojka eingeleitete Transformation der Wirtschaft und Politik 1989 wurde konsequent von seinem Nachfolger Boris El'cin nach dessen Amtsübernahme 1991 fortgesetzt, indem die allgemeine Privatisierung von Staatsunternehmen eingeführt wurde. Die Privatisierung verlief in drei Phasen: 1992 wurden zunächst Kleinbetriebe privatisiert, 1992-1994 fand die so genannte Massen- beziehungsweise. Insiderprivatisierung statt, die auch die politisch einflussreichen Finanz-Industrie- Gruppen (FIGs) auf Staatsinitiative hin hervorbrachte.1 Um das Haushaltsdefizit auszugleichen, führte die Regierung das Programm 'Kredite für Aktien' ein, das die zunächst nicht zur Privatisierung freigegebenen 'strategischen' Industriezweige im Energie-versorgungs- und Militärbereich gegen hohe Kredite verpfändete. Gängige Praxis wurden dann so genannte 'Pfandauktionen': Die verpfändeten Anteile an Staatsbetrieben wurden in fragwürdigen Auktionen, die auch den Charakter einer 'Insiderprivatisierung' aufwiesen, für den Nominalwert verkauft. Auffallend ist, dass zwar zunächst eine Loslösung des Staates von der Wirtschaft stattfand, die Großunternehmer aber alsbald Einzug in die Ministerien hielten und maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftspolitik ausübten. Nach dem Amtsantritt Vladimir Putins im Jahre 2000 setzte ein Bemühen um Rezentralisierung und Kontrolle der Wirtschaft ein, indem die Regierung ihre Vertreter in die Aufsichtsräte der Großunternehmen entsandte. Dieser Umschwung konnte nur stattfinden, indem einst einflussreiche Unternehmer um ihren Einfluss gebracht wurden. Dieser Vorgang ging einher mit der teilweisen Verstaatlichung privat geführter Unternehmen, die mitunter auf illegalen Wegen vorgenommen wurde. Im Jahre 2003 statuiert der Kreml ein Exempel, indem er den größten Ölkonzern Jukos systematisch zerschlägt, seine Aktionäre enteignet und den Konzern auf intransparenten Wegen rückverstaatlicht. Diese Arbeit soll zeigen, dass die angestrebte Trennung von Wirtschaft und Politik nach westlichem Vorbild zu keinem Zeitpunkt seit der Perestrojka vollzogen wurde. == 1 Vgl. Völzing, Julia Alessandra: Wer profitiert von der Privatisierung in Russland?, in: Osteuropa-Wirtschaft, Stuttgart 1997, 42. Jhg., S. 302ff. Less

Book Details

Print pages18
PublisherGRIN Verlag GmbH
Publication date January 1, 2006
ISBN9783638538534

Compare Prices

Store Availability Book Format Condition Price
Barnes & Noble In Stock NOOK Book NOOK Book Buy USD 6.81
Barnes & NobleIn Stock
Format
NOOK Book
Condition
NOOK Book
Buy USD 6.81
Available Discount
No Discount available

Join us and get access to all
your favourite books

Sign up for free and start exploring thousands of eBooks today.

Sign up for free